Aktuelles 

 Bilder von der Probe  und der Maske

 

Großer Erfolg: Lutherspiel in Waldstetten

„Begegnungen mit Luther“

„Die Angst mich zu verzweifeln trieb“, hatte Martin Luther in einem Kirchenlied gedichtet (EG 341). Diese Seelennot erlebten die Zuschauer in den beiden gänzlich ausverkauften Aufführungen des „Lutherspiels“ in der evangelischen Erlöserkirche Waldstetten hautnah. Sie spürten aber auch die unbändige Freude des Reformators, mit Leib und Seele mitreißend verkörpert durch Pfarrer Jörg Krieg, über die Neuentdeckung der „frohen Botschaft“, des „Euangelions“. Es durfte über deftige Szenen, über Verfremdungseffekte und überraschendes Einbeziehen der Zuschauer gelacht werden. Wichtig war offenbar dem Autor des Textbuches, Dr. Helmut Wendeberg, durch authentische Texte in Verbindung mit phantasievollen Ausschmückungen den Handlungsbogen zu spannen von der Loslösung von Ängsten und Ablasshandel über die 95 Thesen Martin Luthers und den Ereignissen beim Wormser Reichstag zur „Confessio Augustana“, dem heute noch gültigen Bekenntnis der Evangelischen Kirche mit dem Versuch Philipp Melanchthons, die Einheit der Kirche zu retten. Die geschichtlichen Hintergründe wurden von der „Zeitreisenden“ und Sprecherin Renate Lemke erläutert. Versöhnliche Worte von „Kardinal Reinhard Marx“ und „Bischof Bedford-Strohm“ rundeten die Aufführung ab.

Der „Singkreis“ der Gemeinde gab mit gregorianischen Gesängen und Chorälen einen historischen festlichen Rahmen, der technisch von Frank Nussbaum ergänzt und professionell – vor schmucker Kulisse - ins „rechte Licht“ gerückt wurde. Für die Maske konnten Iris Weber, Johanna Bohne, Claudia Nuding und Anne Ole gewonnen werden, die den Darstellern mit viel Freude und Einsatz ein mittelalterliches Aussehen verpassten. Begeistert waren die Zuschauer von der hervorragenden Inszenierung, die der großen Erfahrung und dem Können des Regisseurs Wolfgang Volpp zu verdanken ist, der dem Team eine Höchstleistung abverlangte. Belohnt wurde diese durch Szenenbeifall und anhaltenden Schlussbeifall. Eine beachtliche Leistung für eine relativ kleine Kirchengemeinde und deren aktiven Kirchengemeinderat!

In weiteren Rollen wirkten mit: Albrecht Hartmann (Johann v. Staupitz), Elisabeth Ziegler (eine Magd), Doris Hauptmann (Martha Menner), Thomas Volpp (Reichssprecher), Thomas Wendeberg (Kaiser Karl V.), Helmut Wendeberg (Philipp Melanchthon), Ipek Kallenberger (Argula v. Grumbach), Anne-Sybill Kitzenmaier (Katharina v. Bora), Klaus Kallenberger (Johannes Brenz) und viele andere vor und hinter der Bühne.             


 

Weltgebetstag 2017

Waldstetten

 

„Was ist denn fair?“

Diese Frage nach Gerechtigkeit war Thema des diesjährigen Weltgebetstages, dessen Liturgie Frauen aus den Philippinen erarbeitet hatten.

Dazu fanden am 3. März 2017 Gottesdienste in Waldstetten und Wißgoldingen statt, die von katholischen und evangelischen Frauen aus unseren Gemeinden vorbereitet und durchgeführt wurden.

Die tropischen Landschaften der Philippinen, ihre artenreiche Tier- und Pflanzenwelt sowie die palmengesäumten Sandstrände ziehen jedes Jahr Millionen Touristen an.

Die gesamte Inselgruppe der Philippinen ist durch eine große Vielfalt an Völkern, Sprachen und Kulturen geprägt.

Die Spanier gründeten die Stadt Manila. Über 300 Jahre hielt die spanische Kolonialphase an.

Der Einfluss der USA auf die Philippinen ist auch nach der Unabhängigkeit des Landes 1946 stark geblieben. Mehrere einseitige Handelsabkommen sichern den USA auf den Philippinen bis heute einen wichtigen Absatzmarkt für amerikanische Konsumgüter.

Abholzung, Bergbau, intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und Siedlungsdruck lassen in vielen Regionen die Waldflächen in beängstigendem Ausmaße schrumpfen.

Einer kleinen Kaste von Großgrundbesitzern steht noch heute die große Masse der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegenüber, die oftmals kein eigenes Land besitzen. Sie leben meist in bitterer Armut und sind häufig rechtlos.

Wer sich für eine echte Landreform einsetzt oder die politische Klasse anprangert der lebt gefährlich. Zahlreiche politischer Morde wurden nie vollständig aufgeklärt.

Vor diesem Hintergrund fragten die Frauen des philippinischen Weltgebetstagskomitees „Was ist denn fair?“ und luden uns in ihrem Gottesdienst ein, über Ungerechtigkeit nachzudenken.

 

Wißgoldingen


 

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