Evangelische Kirchengemeinde Waldstetten
Aktuelles


Erntedankfest in Waldstetten und Rechberg 2019

 

Das Erntedankfest wird in Waldstetten und Rechberg am ersten Sonntag im Oktober begangen. Die Gemeindemitglieder danken Gott für die segensreiche Ernte des vergangenen Sommers. Es soll  alle daran erinnern, dass Gott ihnen wohlgesonnen ist und sie mit allem Nötigen versorgt. Gleichzeitig mahnt es, nicht zu vergessen, dass wir auf einige Dinge im Leben selbst nur einen geringen Einfluss ausüben.

Waldstetten



Um Gott zu danken brachten auch dieses Jahr die Gemeindemitglieder neben verschiedensten Gemüse- und Obstsorten auch naturnahe Produkte zum Altar der Kirche in Waldstetten und in die Grundschule in Rechberg. Die gespendeten Produkte werden nach dem Gottesdienst an wohltätige Einrichtungen verteilt.

Rechberg




Weltgebetstag 2019

„Kommt, alles ist bereit!“: Mit der Bibelstelle des Festmahls aus Lukas 14 luden die katholische und die evangelische Kirchengemeinde Waldstetten am 1. März 2019 zu ökumenischen Gottesdiensten in Wißgoldingen und Waldstetten ein.

 Die Gebete, Texte und Lieder in diesem Jahr hatten Frauen aus Slowenien verfasst.  

Es ist noch Platz – besonders für all jene Menschen, die sonst ausgegrenzt werden wie Arme, Geflüchtete, Kranke und Obdachlose. Symbolträchtig wird das Anliegen im Titelbild der Künstlerin Rezka Arnuš umgesetzt.

 Slowenien ist eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union. Von seinen gerade mal zwei Millionen Einwohnern sind knapp 60 % katholisch aber nur 0,9 % evangelisch. Obwohl das Land tiefe christliche Wurzeln hat, praktiziert nur gut ein Fünftel der Bevölkerung seinen Glauben. Im sozialistischen Jugoslawien mussten Christinnen und Christen ihren Glauben lange Zeit heimlich praktizieren. Heute können sie sich öffentlich dazu bekennen.

 Bis zum Jahr 1991 war Slowenien nie ein unabhängiger Staat. Dennoch war es über Jahrhunderte Knotenpunkt für Handel und Menschen aus aller Welt. Diese brachten vielfältige kulturelle und religiöse Einflüsse mit. Die Habsburger und Deutschen haben in über 1.000-jähriger Herrschaft deutliche Spuren hinterlassen. Bereits zu Zeiten Jugoslawiens galt der damalige Teilstaat Slowenien als das Aushängeschild für wirtschaftlichen Fortschritt.

 Der Weltgebetstag ist in Slowenien noch sehr jung. Seit 2003 gibt es ein landesweit engagiertes Vorbereitungsteam. Dank Kollekten und Spenden zum Weltgebetstag fördert das deutsche Weltgebetstagskomitee die Arbeit seiner weltweiten Partnerinnen. 2019 ging es besonders um die Unterstützung dafür, dass Frauen weltweit „mit am Tisch sitzen können“. Deshalb unterstützt die Weltgebetstagsbewegung aus Deutschland Menschenrechtsarbeit in Kolumbien, Bildung für Flüchtlingskinder im Libanon, einen Verein von Roma-Frauen in Slowenien und viele weitere Partnerinnen in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika.    

Die Gottesdienste in Waldstetten und Wißgoldingen waren gut besucht. Gemeinsam saß man nach den Gottesdiensten zusammen bei slowenischem Potica, Tee und anderen Köstilchkeiten und setzte so ein Zeichen für Gastfreundschaft und Miteinander: Kommt, alles ist bereit! Es ist noch Platz.  


Unser Vikar Kevin Simon stellt sich vor

Vikar Simon ist seit 01.10.2018 in Waldstetten als Vikar und stellt sich uns nun vor:

Liebe Gemeinde Waldstetten,

gerne nutze ich diese Gelegenheit, um mich Ihnen einmal vorzustellen.

Mein Name ist Kevin Simon, geboren bin ich am 29. Juli 1990 in Nürnberg. Ich wuchs in Dentlein am Forst auf, was eine kleine Gemeinde in Mittelfranken ist. Die Zeit dort und mein dekanatsweites ehrenamtliches Engagement während meiner Schulzeit in der evangelischen Jugend haben mich sehr geprägt und die Kirche für mich zu einer zweiten Heimat werden lassen. Nach meinem Abitur 2010 arbeitete ich für ein Jahr im ambulanten Sozialhilfsdienst einer Diakoniestation im Südwesten Tansanias. Die Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Jugendarbeit in meiner Gemeinde, in Verbindung mit meinen Eindrücken aus Ostafrika führten letztlich dazu, dass ich den Wunsch verspürte, in der Kirche zu arbeiten. Das lag und liegt für mich vor allem daran, dass sich Kirche für die Menschen einsetzt, die von „der Gesellschaft" ganz gerne vergessen werden, seien es nun Menschen in materieller Not, Menschen in Einsamkeit, Krise und Depression oder einfach nur Menschen, die nach dem „mehr im Leben" streben, einen höheren Sinn suchen. Auch Menschen, die in den letzten Jahren unsere Gäste geworden sind, weil sie vor Krieg und Elend fliehen mussten, gehören für mich dazu! All diese Menschen sind – so sehe ich das – von Gott angesprochene Geschöpfe, für die Jesus Christus sein Leben ließ – für die er selbst den Tod besiegt hat. Die Botschaft, die vom Kreuz ausgeht, geht uns alle an, sie verspricht uns die Hoffnung aller Hoffnungen! Nicht zuletzt um diese Botschaft zu verkündigen, beschloss ich vor sieben Jahren, ein Studium der Theologie anzugehen. Ich studierte an der Augustana Hochschule in Neuendettelsau, dem Wartburg Theological Seminary in Dubuque, USA, sowie an der Universität Tübingen. Vergangenen Sommer habe ich nun mein Examen bestanden und freue mich nun sehr auf mein Ausbildungsvikariat in Waldstetten, in dem ich den Pfarrberuf erlernen darf. Als begeisterter Wanderer und Bergsteiger habe ich mich natürlich besonders darüber gefreut, als ich erfahren habe, dass ich nach Waldstetten, und somit in das malerische Dorf am Fuße des mächtigen Stuifen und Rechbergs darf! Ganz besonders freue ich mich aber jetzt über die vielen spannenden Begegnungen, die ich in Waldstetten mit Ihnen haben werde!

Ihr Kevin Simon


60 Jahre Erlöserkirche . . . . . 30 Jahre Gemeindehaus Mitte


„Es war eine große Freude und eine ebensolche Erleichterung, die am 14. September 1958 in Waldstetten unter den damaligen evangelischen Gemeindegliedern mit der Einweihung der Erlöserkirche sich Bahn brach. Nach 3 Jahren Planung und Bau konnte die Kirche ihrer Bestimmung übergeben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Gottesdienste in Schulen und Privathäusern gefeiert.“

Dies ist die Überzeugung des 89-jährigen Pfarrers i. R. Christoph Scheytt, der damals zusammen mit dem Kirchengemeinderat den Mut und den Aufbruchsgeist besaß, in Waldstetten einen Kirchenneubau zu wagen. Vor Kurzem schrieb er an die Kirchengemeinde: „Am 1. Juli 1955 wurde in der Sitzung des Kirchengemeinderats der Bau eines ‚gottesdienstlichen Raumes’ und einer ‚Pfarrerwohnung’ beschlossen. Der Oberkirchenrat hatte Angst vor Bauvorhaben, die nur aus dem Glauben kommen. Denn die Gemeinde hatte keinerlei Rücklagen. Tatsächlich half das Gustav-Adolf-Werk bei der Finanzierung, ebenso der Lutherische Weltbund in Genf. Dazu kamen Spenden der Gemeindeglieder und auch von den katholischen Brüdern und Schwestern.“

Erwähnt sei noch, dass Pfarrer Scheytt damals durch halb Württemberg reiste und mit einem Diavortrag über seine Reise nach Palästina bzw. Jerusalem Spenden sammelte.

Das Bauvorhaben sollte in zwei Bauabschnitten durchgeführt werden. Kosten für Kirche und Pfarrhaus 170.000 DM. Der Bauplatz für die Kirche wurde über die Pfarrgut-Verwaltung finanziert – in Erbpacht auf 99 Jahre.

Das Grundstück befand sich damals außerhalb des Ortsrands von Waldstetten, umgeben von Feldern, Wiesen und Weiden. Heute ist die Kirche eingebettet inmitten eines großen Wohngebiets. Am 24. Mai 1957 begannen dann die Baggerarbeiten, nachdem zuvor der Jugendkreis der Gemeinde die Humusschicht abgetragen hatte. Es folgten Grab- und Betonierarbeiten, bei denen nicht wenige Männer der Gemeinde freiwillige Arbeitsstunden leisteten. Am 7. Juli 1957 wurde der Grundstein gelegt. Pfarrer Scheytt erinnert sich an die abenteuerliche Überführung des Grundsteins, den er mit seinem VW-Käfer in Maulbronn abholte. Der Stein lag auf der Beifahrerseite, seine Frau saß auf dem Rücksitz. Besonders in Linkskurven und beim Bremsen drohte das Auto auszubrechen…

Der Name der Erlöserkirche bezieht sich auf eine Stelle im 1. Timotheusbrief des Apostels Paulus (1.Tim. 2,5+6), wo es heißt: ‚Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung.’

Die Kirchengemeinde feierte mit einem Jugendgottesdienst am Samstag, 15.09. im Gemeindehaus MITTE, in Straßdorf  und mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 16.09. in der Erlöserkirche, in Waldstetten (Predigt Dekanin Ursula Richter) mit anschließendem Gemeindefest im Pfarrgarten das Jubiläum.

Für die Kirchengemeinde und den Kirchengemeinderat, Pfarrer Jörg Krieg und Dr. Helmut Wendeberg

 


Lutherspiel

Großer Erfolg: Lutherspiel in Waldstetten

„Begegnungen mit Luther“

„Die Angst mich zu verzweifeln trieb“, hatte Martin Luther in einem Kirchenlied gedichtet (EG 341). Diese Seelennot erlebten die Zuschauer in den beiden gänzlich ausverkauften Aufführungen des „Lutherspiels“ in der evangelischen Erlöserkirche Waldstetten hautnah. Sie spürten aber auch die unbändige Freude des Reformators, mit Leib und Seele mitreißend verkörpert durch Pfarrer Jörg Krieg, über die Neuentdeckung der „frohen Botschaft“, des „Euangelions“. Es durfte über deftige Szenen, über Verfremdungseffekte und überraschendes Einbeziehen der Zuschauer gelacht werden. Wichtig war offenbar dem Autor des Textbuches, Dr. Helmut Wendeberg, durch authentische Texte in Verbindung mit phantasievollen Ausschmückungen den Handlungsbogen zu spannen von der Loslösung von Ängsten und Ablasshandel über die 95 Thesen Martin Luthers und den Ereignissen beim Wormser Reichstag zur „Confessio Augustana“, dem heute noch gültigen Bekenntnis der Evangelischen Kirche mit dem Versuch Philipp Melanchthons, die Einheit der Kirche zu retten. Die geschichtlichen Hintergründe wurden von der „Zeitreisenden“ und Sprecherin Renate Lemke erläutert. Versöhnliche Worte von „Kardinal Reinhard Marx“ und „Bischof Bedford-Strohm“ rundeten die Aufführung ab.

Der „Singkreis“ der Gemeinde gab mit gregorianischen Gesängen und Chorälen einen historischen festlichen Rahmen, der technisch von Frank Nussbaum ergänzt und professionell – vor schmucker Kulisse - ins „rechte Licht“ gerückt wurde. Für die Maske konnten Iris Weber, Johanna Bohne, Claudia Nuding und Anne Ole gewonnen werden, die den Darstellern mit viel Freude und Einsatz ein mittelalterliches Aussehen verpassten. Begeistert waren die Zuschauer von der hervorragenden Inszenierung, die der großen Erfahrung und dem Können des Regisseurs Wolfgang Volpp zu verdanken ist, der dem Team eine Höchstleistung abverlangte. Belohnt wurde diese durch Szenenbeifall und anhaltenden Schlussbeifall. Eine beachtliche Leistung für eine relativ kleine Kirchengemeinde und deren aktiven Kirchengemeinderat!

In weiteren Rollen wirkten mit: Albrecht Hartmann (Johann v. Staupitz), Elisabeth Ziegler (eine Magd), Doris Hauptmann (Martha Menner), Thomas Volpp (Reichssprecher), Thomas Wendeberg (Kaiser Karl V.), Helmut Wendeberg (Philipp Melanchthon), Ipek Kallenberger (Argula v. Grumbach), Anne-Sybill Kitzenmaier (Katharina v. Bora), Klaus Kallenberger (Johannes Brenz) und viele andere vor und hinter der Bühne.