Evangelische Kirchengemeinde Waldstetten
Aktuelles

Andacht zum Predigttext am Palmsonntag Markus 14,3–9                  am 5.4.2020

Wochenspruch: Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben (Joh. 3,14b.15)

Wochenpsalm:  Psalm 69 / EG 731   Wochenlied: EG 314  Jesus zieht in Jerusalem ein  Predigttext: Markus 14,3-9

Wir empfehlen auch den Youtubekanal des Kirchenbezirks unter "Worte der Hoffnung".

Die Salbung in Betanien

3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Liebe Schwestern und Brüder,

Besuch hat sich angesagt. Besonderer Besuch. Aus der Küche wabert der Duft von frisch gebackenem Kuchen. Auf dem Esstisch steht das Kaffeeservice, das sonst nie benutzt wird, ein Erbstück von den Großeltern. Das Badezimmer wurde noch einmal geputzt und riecht nach Frische und Sauberkeit. Das Gästebett ist frisch bezogen, mit Bettwäsche, die gestern draußen im Freien trocknete. Nun geht die Gastgeberin hinaus in den Garten. In ihrer Hand eine Gartenschere. Am alten Rosenbusch sucht sie die schönsten Blüten aus. Sie schneidet alle Blüten ab, die sie finden kann! Zurück im Haus verteilt sie sie auf verschiedene Vasen. Eine stellt sie in die Diele, eine auf den Kaffeetisch, eine ins Gästezimmer. Der betörende Duft dieser alten Rosensorte erfüllt das ganze Haus. Es ist eine besondere Gelegenheit und die will gewürdigt sein. Der Gast soll spüren wie sehr sich die Gastgeberin auf ihn gefreut hat. Er soll sich willkommen fühlen. Ihm wird besondere Ehre zuteil. So einen Aufwand treiben wir nicht oft. Meistens benutzen wir unser Alltagsgeschirr und sitzen in der Küche. Meistens gibt es dann etwas zu feiern, eine Hochzeit oder einen runden Geburtstag. Manchmal sind es aber auch traurige Umstände: Jemand liegt im Krankenhaus und wir bringen Blumen oder Obst mit. Es kommt uns in den Sinn, dass unser Leben nicht einfach immer so weitergeht. Dann verschönern wir den Augenblick, kosten ihn aus. Dann ist uns das Beste gerade gut genug. Und wenn jemand stirbt, dann gehört zu einer Trauerfeier auch dieser Überfluss: Blumen und Kränze schmücken das Grab. Sie werden bald verwelken. Aber für den Moment entfalten sie die ganze Schönheit des Lebens. Und sie zeigen die Wertschätzung für den oder diejenige, die wir da zu Grabe tragen. Solche Gedanken an besondere Momente aber auch an Abschied können uns an einem Tag wie dem Palmsonntag einfallen: Jesus zieht in Jerusalem ein und wird wie ein König begrüßt. Und gleichzeitig wissen wir: Es kommt der Karfreitag. Es kommen die schwer aushaltbaren Erzählungen von Verrat und Verlassenheit und Folter bis hin zum Tod am Kreuz. Durch all das muss Jesus hindurch bis endlich der Ostermorgen anbricht. Doch zunächst geschieht etwas wunderbares, etwas sehr schönes in Betanien: Was muss das für ein Duft gewesen sein, der damals den ganzen Raum erfüllte! Er entfaltete seine beruhigende, Angst lösende Wirkung. Und was muss das auch für ein Gefühl gewesen sein für Jesus! Nicht nur einige Tropfen, nein den ganzen Inhalt des Gefäßes verwendete die Frau um ihn zu salben. Eine Wohltat, eine Überraschung, ein einmaliges Erleben! Und er genießt es. Doch dann holen ihn die Stimmen der Männer ein. Sie hatten den Wert des Öls überschlagen: ein Jahreseinkommen für einen Tagelöhner, eine große Summe Geld. Aber nicht nur das. Sie hielten dagegen, was man mit diesem Geld nicht alles hätte tun können, wie viele Arme man hätte speisen können. Ja, Menschen haben oft ein besonderes Gemisch aus Gefühlen und Gedanken: da sind die Männer, in deren Essensrunde eine Frau hineinplatzt und Jesus unverschämt nahe kommt. Niemand von ihnen hatte ihn mit solchen Ehren überhäuft. Und da sind die Jünger, die für Jesus ihre Existenz aufgegeben hatten. Und sie treffen hier auf eine Frau, die anscheinend über großen Reichtum verfügt und ihn gar verschleudert. Neid, Missgunst, Unsicherheit - das alles können sie hinter dem „Totschlagargument“ vom Geldwert des Öls verstecken. Und dieses Aufrechnen ist etwas zutiefst Menschliches. Wir rechnen mit unserem Geld. Wir rechnen uns aus, ob etwas Gewinn bringt. Ob sich der Aufwand lohnt. Wie Kosten und Ertrag im Verhältnis stehen. Wir bestehen auf den Spielregeln. Und das gilt auch für die Moral. Die Frau in unserer Geschichte beeindruckt mit ihrer Gewissheit. Jetzt ist die Gelegenheit! Sie kommt herein und bricht das Gefäß auf. Sie fragt nicht, sie tut es einfach. Sie rechnet nicht. Sie liebt. In der Liebe gibt es keine Kalkulationen. Liebe ist verschwenderisch. Liebe verschiebt nichts auf später, sie ist ganz im Jetzt. Was sie verschwendet ist nicht vergeudet. Liebe erfasst was Gedanken nicht fassen können. Ja, dieser Wanderprediger ist ein König. Am Tisch sitzt der Messias, der Gesalbte. Und Jesus nimmt die Frau in Schutz. „Lasst sie!“ Dann bringt er ein Argument vor, dem man auch nichts entgegensetzen kann: „Sie hat mich auf mein Begräbnis gesalbt.“ Damit stellt er einen anderen Zusammenhang her. Er spricht etwas aus, was niemand wahrhaben wollte. Jesus wird in Kürze sterben und es wird keine Begräbnisfeier geben. Das ist der Liebesdienst, den die Frauen dann am Ostermorgen tun wollen: Jesus salben. Wir wissen aber, dass es nicht möglich sein wird. Aber jetzt schon trägt der Duft Jesus durch die kommenden Tage. Und uns auch. Auch wenn wir vielleicht eher protestantisch nüchtern sind, wird er seine Wirkung nicht verfehlen. Amen. 

                                                           Es grüßt Sie herzlich, Ihr Pfarrer Jörg Krieg.      

Achtung: Wichtige Informationen zur Corona-Krise

Liebe Gemeindeglieder, liebe Schwestern und Brüder in Christus,

aufgrund der Corona-Krise hat der Evangelische Oberkirchenrat bzw. die Evangelische Landeskirche dringend empfohlen bis auf Weiteres keine Gottesdienste mehr abzuhalten. Das bedeutet, dass bis auf Widerruf alle geplanten Gottesdienste in unserer Kirchengemeinde nicht stattfinden! Dies gilt auch für anstehende Tauffeiern, Hochzeiten, Abendmahlsfeiern, sonstige Gemeindeveranstaltungen u.a.. Ausgenommen sind Beerdigungen, welche allerdings unter freiem Himmel stattfinden sollen (keine Aussegnungshalle oder Kirche). Für die anstehenden Konfirmationen im Mai gibt es noch keine Richtlinien der Landeskirche. (Kein Konfirmandenunterricht bis zu den Osterferien)

Ferner finden keine Besuche in den Heimen, sowie Haus - und Geburtstagsbesuche statt! Geburtstagsgrüße können in die Briefkästen eingeworfen werden. Kasualgespräche bezüglich Beerdigungen sollen per Telefon oder Email geführt werden.

In ganz dringenden Seelsorgefällen muss eine Absprache zunächst telefonisch erfolgen!

Alle kirchlichen Gruppen und Kreise sind aufgefordert dringend zu prüfen, ob ihre Treffen tatsächlich notwendig sind. Die Landeskirche und das Pfarramt empfehlen bis auf Weiteres sich nicht zu treffen! Dies gilt auch bezüglich der Vorbereitungen auf Karfreitag und Ostern.

Nichtkirchlichen Gruppen, die das Gemeindehaus Mitte und den Pfarrsaal der Erlöserkirche benutzen steht es noch frei die Räumlichkeiten zu nutzen (dazu gibt es noch keine Anweisungen). Allerdings geschieht dies auf eigenes Risiko. Es ist besonders wichtig eigenständig bezüglich der Hygiene und der Desinfektion von Türgriffen u.a. Vorsorge zu treffen.

Die Landeskirche empfiehlt allen Gemeindegliedern dringend den Empfehlungen der Regierungsbehörden zu folgen.

Hinsichtlich der Gottesdienste und Andachten empfehlen wir die Gottesdienste und andere Andachten aus den Medien zu nutzen.

Weitere Informationen finden sie auch im Internet unter www.elk-wue.de. Die Landeskirche hat eine spezielle Webseite zum Coronaproblem eingerichtet.

Das Pfarrbüro ist zu den üblichen Zeiten geöffnet. Pfarrer Krieg ist ganz normal telefonisch zu erreichen.

Achten Sie auf sich und Ihre Familien und Nachbarn und bleiben Sie gesund.

Es grüßt Sie herzlich, im Namen des Kirchengemeinderats, mit ganz besonderen Segenswünschen,

Ihr Pfarrer Jörg Krieg

Waldstetten, 15.3.2020 


Gottesdienste 2020

Sonntag, 19.04.2020

10.15 Uhr Waldstetten (9.00 Uhr Unterbettringen)

Sonntag, 26.04.2020

10.00 Uhr Straßdorf, Vorkonfirmation

Sonntag, 03.05.2020

8.50 Uhr Rechberg, 10.00 Uhr Waldstetten

Sonntag, 10.05.2020

10.00 Uhr Waldstetten, Kantate, mit Singkreis

Sonntag, 17.05.2020

9.30 Uhr Waldstetten, KONFIRMATION I

11.10 Uhr Waldstetten KONFIRMATION II

Donnerstag, 21.05.2020

10.30 Uhr Wißgoldingen kath. Kirche, mit Singkreis

Sonntag, 24.05.2020

10.00 Ur Waldstetten, KONFIRMATION III

Sonntag, 31.05.2020

10.00 Uhr Waldstetten, Pfingsten



Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Vertretungszeit hinsichtlich der Vakatur in der Kirchengemeinde Degenfeld-Unterbettringen die Gottesdienstzeiten angepasst werden.
Die teilweise größeren Terminverschiebungen ergeben sich u.a. durch Doppeldienste in Waldstetten und Degenfeld-Unterbettringen.
Bitte beachten Sie auch die aktuellen Angaben in den Tageszeitungen und in den Amtsblättern.

Gottesdienste

Gottesdienst jeden Sonntag 10 Uhr. In der Regel am zweiten Sonntag im Monat Gottesdienst nicht in der Erlöserkirche Waldstetten, sondern im evang. Gemeindehaus „Mitte“ in Straßdorf. Am 1. Sonntag im Monat ist um 8.50 Uhr Gottesdienst im Foyer der Grundschule Rechberg und am 2. Sonntag im Monat um 8.50 Uhr Gottesdienst in Wißgoldingen, im Sommer in der Marienkapelle, im Winter im Saal des Bezirksamtes. In den Festzeiten (Weihnachten, Ostern) kann von diesem Turnus abgewichen werden. Bitte informieren Sie sich in der Tagespresse bzw. in den örtlichen Mitteilungsblättern oder im „Stuifenboten“.

Einmal im Monat (am dritten Mittwoch eines Monats) findet um 10.30 Uhr ein evangelischer Gottesdienst in der Kapelle des Seniorenstifts St. Johannes, Waldstetten, statt.

Regelmäßige Abendmahlgottesdienste

1. Sonntag in der Fastenzeit, Gründonnerstag, Karfreitag, Pfingstsonntag, Sonntag vor dem Erntedankfest, Reformationsfest, Altjahresabend.